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Seit Beginn der Weidesaison 2021 ist in den Sozialen Medien zunehmend von ungebetenen Gästen in Ställen und an Pferdekoppeln die Rede. Es muss nicht immer der weiße Transporter sein, manchmal werden auch Luxuskarossen gemeldet oder sogar Autos mit Pferdeanhänger. Immer ist die Rede von Männern und Frauen, die sich den Pferden nähern, Fotos anfertigen und auch in den Ställen ungewöhnliche Fragen stellen.

Da in der Tat auch Pferde gestohlen werden oder unter mysteriösen Umständen verschwinden, ist die Unruhe unter den Pferdehaltern mehr als nachvollziehbar. Besorgniserregend sind zudem die Fälle von Pferden, die von Weiden verschwinden und später tot gefunden werden. Manche starben an den Folgen einer Kollision mit einem Auto, wie Untersuchungen und die Spurenlage ergaben, andere wurden tot in Gräben gefunden, augenscheinlich unverletzt. Autofahrer, die in eine Kollision verwickelt waren, haben sich nicht gemeldet, obwohl der Schaden am Auto beträchtlich gewesen sein muss.

Zusammengenommen sind die Ereignisse so schwer "greifbar", dass es auch für die Polizei schwierig wird, die Umstände einzuordnen. Erschwert wird das dadurch, dass die Taten sich an Orten ereignen, die weit voneinander entfernt liegen. Diese diffusen Ereignisse machen es auch für die Berichterstattung schwierig. Zu viele offene Fragen, zu viele Mutmaßungen - aber auch zu viele tote Pferde, um die Ereignisse einfach abzutun.

Das Aktionsbündnis Pro Pferd hat über einen begrenzten Zeitraum Fälle von Gewalt gegen Pferde erfasst. Dieses Rechercheergebnisse sind in zwei wissenschaftliche Arbeiten eingeflossen. Auch ein Buch ist daraus entstanden. Der damalige Pressesprecher des LKA Nierdersachsen hat das Buch auf seine fachliche Korrektheit überprüft und das Vorwort geschrieben. (Das Buch gibts im Shop, die Einnahmen fließen zu 100% in die Aufklärungsarbeit des APP)

Auf dieser Grundlage unsere Empfehlung:

Empfehlung 1

Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl! Aus der Erfahrung müssen wir sagen, dass viele Betroffene berichtet haben, dass ihnen Tage vor dem Ereignis einiges komisch vorkam. Das können Halfter sein, die verschwinden, fremde Stricke am Stall, offenstehende Tore oder Werkzeug, das nicht am Platz liegt, wie auch fremde Personen. Ergreifen Sie IMMER Maßnahmen, wenn Sie etwas am Stall beunruhigt.

Notieren Sie Ihre Beobachtungen!

Empfehlung 2 - Maßnahmen

  • Fahren Sie in unregelmäßigen Abständen zum Stall. Auch mal nachts. Machen Sie sich bemerkbar (Licht an, Auto mitten auf dem Hof)
  • Installieren Sie Kameras und Bewegungsmelder im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten und weisen Sie mit Schildern darauf hin.
  • Schließen Sie ab, was abschließbar ist.
  • Lassen Sie keine Werkzeuge, auch keine Mistgabeln) offen herumstehen.
  • Beschränken Sie offene Zufahrten auf den Hof
  • Lassen Sie nichts herumstehen, was ein Klettern erleichtert (Stühle, Leitern, Bänke)
  • Vermeiden Sie leicht bedienbare Schleusen auf den Weiden
  • Lassen Sie Pferde nicht mit Halfter auf die Weide/Offenstall und hängen Sie keine Stricke an die Weidetore
  • Sprechen Sie mit Nachbarn, Fußgängern, Jagdpächtern. Stellen Sie sich vor, bitten Sie um Aufmerksamkeit und sofortige Meldung, wenn etwas ungewöhnliches passiert, egal wie viel Uhr es ist. Geben Sie Ihre Telefonnummer heraus. Hinterlassen Sie Ihre Kontaktdaten auch am Weidetor auf einem Schild
  • Sprechen Sie mit der Polizei und schildern Sie Ihre Sorgen
  • Bringen Sie tatsächliche Ereignisse IMMER zur Anzeige

Empfehlung 3 - Vernetzen Sie sich

Sprechen Sie mit anderen Stallbesitzern, Vereinen und Landwirten, auch wenn Sie nicht überall offene Türen einrennen

Sprechen Sie mit Ihrem Kreisreiterverband. Wenn Sie sicher sind, dass etwas nicht stimmt, bitten Sie um Unterstützung bei der Kontaktaufnahme mit anderen Vereinen/Ställen


Empfehlung 4

Wenn tatsächlich etwas passiert, erstatten Sie Anzeige. Für die Forschungsanstalten (!) die sich für die Prävention zum Schutz von Pferden einsetzt, sind folgende Informationen wichtig:

  • Aktenzeichen der Polizei 
  • Informationen zum Pferd: Alter, Rasse, Stm., Geschlecht, Farbe, Besonderheiten (Verhalten, Aussehen)
  • Informationen zur Haltung: Wo war das Pferd zum Zeitpunkt der Tat (Weide, Stall, Offenstall, Ort) mit Google maps - Markierung (genauer als Beschreibung - wichtig für das Inbezugsetzen zu anderen Taten)
  • Witterungsbedingungen, Datum, Uhrzeit (von - bis)
  • Rahmenbedingungen: Auffinden des Pferdes, Spuren, Gegenstände

Mehr: unser Flyer im Shop als download  (erarbeitet in Zusammenarbeit mit der Kripo Hamm)

 

(CS)

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