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Unsere Notrufseite in Facebook gehört (s. Impressum) zum Verein Aktionsbündnis Pro Pferd e.V.


Zum Thema Wolf haben wir uns auf der Notrufseite lange zurückgehalten. Natürlich stehen wir aber verbandübergreifend in Gesprächen. Wir haben den ersten Runden Tisch Wolf im NRW-Landtag und in Warendorf initiiert, an weiteren Diskussionsrunden teilgenommen und bemühen uns bis heute um die Kommunikation zwischen Naturschutzverbänden und Pferdeleuten.
Natürlich besuchen wir auch Fortbildungen und lesen Fachliteratur.
Das sollte genügen, um deutlich zu machen, dass uns solide Sachlichkeit wichtig ist.

Warum diese Stellungnahme?

Wir diskutieren im Aktionsbündnis-Vorstand ausführlich, ob wir Meldungen zu Wolf-Pferd-Begegnungen veröffentlichen oder nicht. Hier ist der Nachrichtenwert entscheidend. Für Pferdebesitzer ist ein verletztes Pferd immer eine Katastrophe. Die emotionale Betroffenheit spiegelt sich daher auch meist in den Berichten wider. Das macht die Veröffentlichung aber nicht gleich reißerisch. Eine Berichterstattung in der Form einer Unfallmeldung würde sehr viel mehr Fragen aufwerfen. Deshalb sind oft auch die Hintergründe wichtig.

Für uns ist die Veröffentlichung aber auch eine Herausforderung, weil bei diesem Thema die Verfasser der Kommentare schnell übereinander herfallen. Und das macht es uns sehr schwer.
„Das kann nicht sein“, „Das macht der Wolf nicht“, „Den Wolf wollen wir hier nicht“ sind dann noch die netten Reaktionen. Aber auch die sind manchmal schlichtweg inhaltlich falsch. Aus unseren Fortbildungen und Fachgesprächen haben wir vor allem eines mitgenommen:
„Es gibt in der Konfrontation Pferd/Wolf in unserer Kulturlandschaft keine Vorhersehbarkeit über die Entwicklung.“
Vor diesem Hintergrund ist es unverzichtbar, über die Fälle zu berichten, in denen der Wolf entweder nachgewiesen wurde oder mit sehr großer Wahrscheinlichkeit Verursacher der Verletzungen war. Nur so lernen wir und können versuchen, uns den Herausforderungen anzupassen.
Das muss man aber wollen!

Den Befürwortern des Wolfs sagen wir hiermit: Wir lehnen es ab, dem Wolf pauschale Verhaltensweisen und stringentes Jagdverhalten zuzusprechen. Der Wolf ist ein Opportunist, aber kein Überwesen.

Den Gegnern des Wolfs sagen wir hiermit: Emotionen in allen Ehren, aber wir haben weder den Wolf über die Landesgrenzen gelockt, noch haben wir Einfluss auf seine Verbreitung. Für das ökologische Gleichgewicht in der Natur ist der Wolf eine Bereicherung. Die große Aufgabe besteht darin, herauszufinden, ob ein Nebeneinander zwischen Weidetieren und Wolf möglich ist.

Unser Fazit:

Der einzige Weg aus dem Dilemma führt mittendurch. Darauf sollten wir uns konzentrieren und dazu müssen wir miteinander reden, Argumente austauschen, auf Plattitüden verzichten und unser eigenes Wissen immer wieder infrage stellen. Nur so bleiben wir flexibel und aufnahmefähig für Lösungen.
Wir freuen uns über jeden, der uns dabei unterstützt. Bitte kommentiert sachlich. Es ist nicht notwendig, „Partei zu ergreifen“. Die Lösung liegt vermutlich irgendwo in der Mitte.

Bitte meldet Eure Beobachtungen den zuständigen Stellen in den Ministerien. Bleiben die Meldungen aus, bricht das Monitoring zusammen und damit ist niemandem geholfen.

CS

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